Lehrendenbefragung

„15 Minuten für Ihre Lehre“ – Umfrageergebnisse

Die Koordinations- und Servicestelle für flexibleres Studieren startete im SoSe 2013 die Online-Lehrendenbefragung "15 Minuten für Ihre Lehre" zur Erhebung des Status Quo der Hochschullehre. 37,7% der Lehrenden sind der Einladung zur Teilnahme gefolgt und gaben Auskunft zur Situation der Studierenden und zu den Rahmenbedingungen der Lehre an der Hochschule. Die Ergebnisse sollen als Basis für den hochschulweiten Aus- und Aufbau von Serviceangeboten zur Unterstützung der Lehrenden und Studierenden dienen. Im Rahmen der Projekte „MainTeaching“ und "MainProjekT" werden derzeit entsprechende Konzepte entwickelt.

Die automatisierte Auswertung aller beantworteten Fragebögen finden Sie hier.

Detailergebnisse

Das Erhebungsinstrument

Die Befragung ist als zielgruppenorientierte, anonymisierte Vollbefragung angesetzt worden und richtete sich an alle haupt- und nebenamtlich Lehrenden unserer Hochschule. Sie ergänzt die Anfang 2013 durchgeführte Online-Beschäftigtenbefragung „Stimmungsbarometer FH FFM“. Da es sich um die erste Umfrage dieser Art an der Frankfurt University of Applied Sciences handelt, wurde ein digitaler Fragebogen entwickelt, der es ermöglicht, die Faktoren, welche die Lehr- und die Studiensituation beeinflussen, zu erfassen. Die Ergebnisse stellen den Status Quo der Hochschullehre der Frankfurt University of Applied Sciences dar und sind nicht übertragbar auf andere Hochschulen. Die Ergebnisse sollen Impulse zur Veränderung geben und dienen als Basis für die Weiterentwicklung der Hochschullehre unserer Hochschule.

Die Zielgruppe

Von den 859 aktiv Lehrenden der FH FFM (Stand: SoSe 2013) nahmen 324 an der Erhebung teil; dies entspricht einer Beteiligung von 37,7%.

Hiervon sind 40% hauptamtlich und 60% nebenamtlich in der Lehre tätig. 92,9% der antwortenden Lehrenden sind in den Bachelorstudiengängen tätig und 50,3% in den Masterstudiengängen. Die Verteilung auf die Fachbereiche spiegelt deren Größe wieder und ist somit gleichmäßig verteilt. 19,1% der Befragten sind unter zwei Jahre an der Hochschule in der Lehre beschäftigt. 34,9% lehren zwischen 2 und 6 Jahre und 46% sind seit mehr als 6 Jahren aktiv in der Hochschullehre tätig.

Die Studierenden

Die befragten Lehrenden sind mit der Gruppengröße und der Anwesenheit ihrer Studierenden eher zufrieden, mit den Vorkenntnissen, der Vor- und Nachbereitung der Stunden durch die Studierenden jedoch weniger. Lediglich 27,6% der Lehrenden schätzt das Vorwissen der Studierenden als ausreichend ein, um sich an der Lehrveranstaltung beteiligen zu können. Die Lehrenden nehmen in diesem Zusammenhang ein Zeitdefizit bei den Studierenden wahr. 64,9% der Lehrenden haben den Eindruck, dass ihre Studierenden  nicht regelmäßig an ihren Lehrveranstaltungen teilnehmen können.

Die Lehrenden vermuten die Gründe für die Zeitknappheit hauptsächlich im Jobben, Berufstätigkeit und familiären Verpflichtungen der Studierenden. Die befragten Lehrenden sehen deshalb weiteren Unterstützungsbedarf in der Kinderbetreuung (76%), durch weitere Finanzierungshilfen (81,7%) und eine zeit-räumliche Flexibilisierung des Studiums (70,6%) sowie in weiteren Beratungsangeboten zur Studienplanung (71,8%). Außerdem wäre eine weitere Unterstützung durch feste Ansprechpartner/-innen, z.B. studentische Peer-Mentoren/-innen, wünschenswert.

Die Ausstattung

Die befragten Lehrenden sind mit der technischen Ausstattung und dem Zustand der Räume eher zufrieden. Mit der Verfügbarkeit von Räumlichkeiten zur flexiblen Gestaltung der Lehre jedoch noch nicht. Das eLearning-Angebot der Koordinations- und Beratungsstelle Mediengestütztes Lernen und Lehren wird besonders positiv wahrgenommen.

Das Kollegium

Der Austausch mit anderen Lehrenden zu Fragen der Lehre findet innerhalb des Studiengangs (71,3%) und über die Grenzen der Hochschule hinweg (60,2%) statt. Hochschulweit ist fast kein Austausch vorhanden, dieser wird jedoch von 54,8% der Befragten gewünscht. 58% der Befragten sehen sich in den kollegialen Austausch ausreichend eingebunden. 42% der Befragten wünschen sich jedoch einen intensiveren Austausch.

Fort- und Weiterbildungsangebote zur Hochschullehre

70,1% der Befragten sind daran interessiert ihre Lehre in Inhouse-Workshops an der Hochschule weiter zu entwickeln. 53,4% der Befragten haben in den vergangenen 5 Jahren an einer Fort-/Weiterbildung zur Lehre teilgenommen, 56,5% der Verbleibenden gaben vorwiegend zeitliche Gründe für die Nicht-Teilnahme an. Dem kann mit zeitlich flexiblen Inhouse-Angeboten Rechnung getragen werden. Die Fortbildungsbedarfe sind breit gefächert. Die Lehrenden sehen aktuell vor allem Bedarf in Angeboten zum Lehren auf Englisch, forschendem Lernen sowie selbstgesteuerten und problemorientierten Lernen (POL). Überraschenderweise wird weniger bis kein Bedarf hinsichtlich Geschlechterspezifik und altersgemischte Lerngruppen gesehen. Die Gründe hierfür sollen bei den geplanten Vorstellungen der Ergebnisse in den Fachbereichen exploriert werden. Mit Blick auf die umfangreich abgefragten Veranstaltungsformen, wünschen sich die befragten Lehrenden insbesondere moderierte themenspezifische Angebote von Experten/-innen und hauptsächlich in ihrem Fachgebiet.

Handlungsansätze

Unterstützung der Studierenden

Da die Lehrenden weiteren Unterstützungsbedarf in den Bereichen Kinderbetreuung, Finanzierungshilfen und Beratung sehen, sollten die bestehenden Unterstützungsangebote gestärkt und ausgebaut werden, um den Bedarf decken zu können. Darüber hinaus sind die Lehrenden der Ansicht, dass feste Peer-Ansprechpartner/innen sich insbesondere in heterogenen Lerngruppen wie dem interdisziplinären Modul studium generale (ISG) positiv auswirken und Lehrende wie Studierende entlasten könnten. Dies wird zunächst innerhalb der Projekte der Koordinations- und Servicestelle für flexibleres Studieren im Pilot getestet.

Handlungsempfehlung: Die Hochschule unterstützt mit dem Pilotprojekt MainProjekT zunächst die größte Gruppe, die Bachelorstudierenden, in Form eines Tutor/innenangebotes im interdisziplinären Modul studium generale (ISG). Im WiSe 13/14 und SoSe 2014 wurde erstmals ein Modulexemplar des interdisziplinären Moduls Studium generale durch den Einsatz von studentischen Lerncoaches begleitet.

Rahmenbedingungen der Lehre

Die Rahmenbedingungen in Form der technischen aber auch materiellen Ausstattung der Räumlichkeiten der FRA-UAS haben ihre Grenzen in deren Verfügbarkeit. Die Erkenntnisse aus der Online-Befragung werden dem Vizepräsidenten für Wissenschaftliche Infrastruktur, Forschung und IT zur Verfügung gestellt.

Die Lehrenden

Die Lehrenden nehmen sich bisher kaum über die Grenzen des Fachbereichs als Gemeinschaft wahr. Der kollegiale Austausch findet meist nur innerhalb des Studiengangs statt und erfolgt nur bei 10,5% der Befragten in institutionalisierter Form, z.B. durch regelmäßige Teilnahme an der fachbereichsübergreifenden Fachgruppe Didaktik.

Handlungsempfehlung: Da sich die Lehrenden mehr Austausch wünschen, sollten hier regelmäßig stattfindende Angebote entstehen, die auch die nach eigener Aussage bisher nicht eingebundenen 42% der haupt- und nebenamtlich Lehrenden integrieren. In dem von der Koordinations- und Servicestelle für flexibleres Studieren bis 2014 durchgeführten Pilotprojekt MainTeaching zur kollegialen Beratung Lehrender wird hierzu bereits ein Konzept entwickelt. Pilotmodul ist hier das interdisziplinäre Modul studium generale. Dort werden die Lehrenden von der Koordinationsstelle beim peer-review aller Modulbeschreibungen begleitet und unterstützt.

Fort- und Weiterbildungsangebote

Aus zeitlichen Gründen können häufig keine Fort- und Weiterbildungsangebote von Lehrenden wahrgenommen werden. Der zeitliche Aufwand kann durch ein Angebot vor Ort verringert werden, hierzu wird, in Abstimmung mit der Personalentwicklung, ein Ausbau der Inhouse-Angebote für den Bereich Lehre geplant.

Handlungsempfehlung: Im SoSe 2014 werden erste Fort-/Weiterbildungsangebote für Lehrende Inhouse zu den ermittelten Wunschthemen angeboten. Dabei wird erprobt, welche Angebotsformen angesichts der heterogenen Angaben der Befragten zu zeitlichen Präferenzen praxistauglich sind.

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