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Prof. Dr. Heino Stöver
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Masterstudiengang "Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchthilfe"

Im WiSe 2015/16 startete der Masterstudiengang „Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchthilfe M.A.” (Flyer) an der Frankfurt University of Applied Sciences. Dieser integriert eine von den Deutschen Rentenversicherern zertifizierte suchttherapeutische Ausbildung und richtet sich an SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und ÄrztInnen.

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Ältere Drogenabhängige in Deutschland

Wie soll man in Zukunft ältere Drogenabhängige mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Pflegebedarf versorgen?

 

Hintergrund

Das Thema "Sucht im Alter"’ ist in Deutschland relativ neu und wissenschaftlich noch vergleichsweise wenig bearbeitet. Es ist davon auszugehen, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit der Dauer des Drogenkonsums und also mit dem Alter steil ansteigen. Je älter Drogenkonsumenten werden, umso mehr müssen sie mit erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen rechnen. Es liegt auf der Hand, dass ihr Hilfe- und Pflegebedarf viel früher einsetzt als in der Durchschnittsbevölkerung.

 

Forschungsbedarf

Wir wissen recht wenig darüber, welche Vorstellungen und Wünsche ältere drogenabhängige Frauen und Männer haben, was sie anstreben und wie sie im Alter und bei Pflegebedürftigkeit leben wollen. Betrachtet man das bestehende Altenhilfesystem, so ist davon auszugehen, dass die Aufnahme von Drogenabhängigen in ein ganz normales Altenheim die Altenpfleger/innen und die Mitarbeiter/innen vor neue Herausforderungen stellt. Das will bedacht sein, wenn man Drogenabhängige in bestehende Netzwerke für hilfebedürftige Alte und Kranke eingliedert. 

 

Methode

Die subjektive Sicht von älteren (50+) Drogenabhängigen auf ihre Lebenssituation, ihre gesundheitliche und soziale Lage und ihre Vorstellungen vom Leben im Alter soll mit  30 qualitativen Interviews in den Städten Berlin und Frankfurt am Main erhoben und analysiert werden.
Die Drogenhilfesysteme und die Altenhilfesysteme in den Städten Frankfurt am Main und Berlin sollen differenziert dargestellt und beschrieben werden einschließlich der  benachbarten Systeme wie Wohnungslosenhilfe, Psychiatrie, Palliativmedizin usw. Herausgearbeitet werden sollen die Schnittstellen zwischen dem Drogenhilfesystem und dem Altenhilfesystem sowie den Pflegeeinrichtungen. Der Bedarf an Fort- und Weiterbildung der Drogenhilfe im Bereich der Geriatrie sowie der Altenhilfe hinsichtlich Drogenkonsum, Drogenabhängigkeit und Verhaltensauffälligkeiten von Drogenabhängigen soll ermittelt und genau beschrieben werden.

 

Fragestellung

Das Forschungsprojekt knüpft an die oben genannte Befragung der Zielgruppe nach ihren Wünschen und Vorstellungen zum Leben im Alter an. Es nimmt weiterhin Fragen zur Entwicklung von Konzepten zur Betreuung, Unterbringung und Pflege von älteren, alten und hilfebedürftigen Drogenabhängigen auf und dies unter Einbeziehung sowohl der Drogen- als auch der Altenhilfe.

 

Zielsetzung

Zielsetzung des Projekts ist es, Empfehlungen zu entwickeln, wie die vorhandenen Ressourcen zur Versorgung von Drogenabhängigen in der Drogenhilfe bzw. in der Altenhilfe genutzt werden können bzw. wie sie verändert werden müssen, damit sie der Zielgruppe der älteren Drogenabhängigen mit ihren spezifischen Hilfe- und Versorgungsbedarfen gerecht werden.
Es sollen ebenfalls Empfehlungen gegeben werden hinsichtlich des Fort- und Weiterbildungsbedarfs sowohl der Drogenhilfe im Umgang mit älteren und alten Menschen als auch der Alten- und Pflegehilfe im Umgang mit älteren und alten Drogenabhängigen.