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Prof. Dr. Heino Stöver
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Masterstudiengang "Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchthilfe"

Im WiSe 2015/16 startete der Masterstudiengang „Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchthilfe M.A.” (Flyer) an der Frankfurt University of Applied Sciences. Dieser integriert eine von den Deutschen Rentenversicherern zertifizierte suchttherapeutische Ausbildung und richtet sich an SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und ÄrztInnen.

E-Learning Courses

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offers four courses:
HarmReduction.eu

Gendersensible Suchtarbeit – Wie geht das?

Fortbildung Gender & Sucht
In-House-Schulung Gender & Sucht

Studie zu den Erfahrungen von Nutzern von Drogenkonsumräumen in Berlin (NuDroB)

Projektleitung: Prof. Dr. Heino Stöver

MitarbeiterInnen am ISFF: Stefan Förster, Franziska Bohnert, Larissa Hornig, Mareike Theisen

Auftraggeber: Senatsverwaltung Berlin

Endbericht

Seit 1994 gibt es in der Bundesrepublik Deutschland sog. "Drogenkonsumräume". Mittlerweile sind es 24 Standorte in 15 Städten und 6 Bundesländern. Auch im Land Berlin ist das Angebot der Drogenkonsumräume ein wichtiger Baustein der niedrigschwelligen Drogenhilfe und Bestandteil des Drogenhilfesystems. Ähnlich wie Beratung, Therapie und Rehabilitation verfolgen die niedrigschwelligen Hilfen das Ziel, drogenabhängigen Menschen Hilfen anzubieten und ihnen einen Weg aus dem Kreislauf von Sucht, Kriminalität und Krankheit zu eröffnen, mindestens aber Überlebenshilfen.

Drogenkonsumräume dienen der unmittelbaren Überlebenshilfe, indem nicht nur ein hygienischer Konsum der (illegal erworbenen) Drogen ermöglicht wird, sondern vor allem eine sofortige Intervention bei Überdosierungen erfolgt. Die Erfahrungen aller bestehenden Drogenkonsumräume in Deutschland haben gezeigt, dass das schnelle Eingreifen bei der Vielzahl von sog. Drogennotfällen in den Einrichtungen wesentlich zur Verhinderung von unbeabsichtigten Todesfällen beitragen konnte. In Deutschland hat es bisher noch keinen einzigen Drogentodesfall in einem Drogenkonsumraum gegeben.

Die Konzeption der Berliner Drogenkonsumräume sieht die Einbindung des Konsums in ein umfassendes Kontaktladenangebot vor, das neben alltagspraktischen Hilfen auch medizinische Beratung und Versorgung sowie Vermittlung in weiterführende Angebote der Drogenhilfe sowie rechtliche Beratung beinhaltet. Die ersten Jahre des Betriebs (2003 - 2005) wurden durch ein externes wissenschaftliches Institut begleitet. Die Ergebnisse bestätigten, dass dieses Angebot nicht nur sehr erfolgreich ist, sondern auch von der Bevölkerung gut akzeptiert wurde, weil es die Belastungen im Umfeld reduziert. Mittlerweile haben verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass ein nicht unerheblicher Teil der Nutzerinnen und Nutzer von Drogenkonsumräumen diese nur einmal oder wenige Male nutzt und dann nicht wieder als Besucherinnen / Besucher registriert werden. Auch eine Publikation der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) stellt fest, dass international – soweit untersucht – ein großer Teil der Drogenkonsumraumnutzerinnen und –nutzer diese nur wenige Male nutzen. (s. Harm reduction: evidence, impacts and challenges EMCDDA, Lisbon, April 2010) Leider existieren bisher jedoch keine einschlägigen Forschungsarbeiten, die die Hintergründe hierfür beleuchten.

Ein wichtiges Anliegen der Drogenkonsumräume – die langfristige Anbindung der Drogenabhängigen an die Einrichtung mit dem Ziel der Vermittlung in weiterführende Hilfen – kann daher bislang bei einem großen Teil der Abhängigen nicht erreicht werden. Um die Qualität und Erreichbarkeit der Drogenkonsumräume langfristig zu verbessern sowie geeignete Interventionsstrategien zu entwickeln, ist deshalb eine Evaluation der Hintergründe erforderlich.
Eine weitere Problematik stellen die Drogennotfälle in den Konsumräumen dar. Drogennot- und –todesfälle durch unbeabsichtigte Überdosierungen bilden eines der größten Risiken des Konsums von Opiaten und Kokain, vor allem wenn sie in unbekannten Dosierungen oder Zusammensetzungen und insbesondere nach einer Abstinenzphase (Therapie oder Haft) konsumiert werden. Auch hier gilt es, durch eine Evaluation der Hintergründe geeignete Interventionsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.

Mittels eines Fragebogens sollen die beteiligten Akteure (Nutzer, Fachstellenleitung, Mitarbeiter) in niedrigschwelligen Berliner Drogenhilfeeinrichtungen (auch an Szenetreffpunkten etc.) über einen Zeitraum von mindestens 4 Monaten befragt werden und diese Befragung ausgewertet werden. Ebenso soll eine Auswertung der Monats- und Jahresberichte der Drogenkonsumräume der Jahre 2012 – 2014 sowie bis Februar 2015 erfolgen.

Ziel der Evaluation soll eine Bewertung der Ist-Situation in Bezug auf die o.g. Problematiken und die Erarbeitung von Empfehlungen zur Erhöhung der Effektivität, Akzeptanz und der Zufriedenheit der Nutzer der Berliner Drogenkonsumräume sein.

Stephan BartenID: 13323