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Masterstudiengang "Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchthilfe"

Im WiSe 2015/16 startete der Masterstudiengang „Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchthilfe M.A.” (Flyer) an der Frankfurt University of Applied Sciences. Dieser integriert eine von den Deutschen Rentenversicherern zertifizierte suchttherapeutische Ausbildung und richtet sich an SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und ÄrztInnen.

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Kontakte in der Psychotherapie

Epidemiologische Studie zu Körperkontakten und sexuellen Kontakten im Psychotherapeutischen Setting

Laufzeit:
3/1996 - 3/1998
Leitung:
Prof. Dr. Irmgard Vogt
Mitarbeiterinnen:
Dr. Eva Arnold,
Dipl. Psych. Ute Sonntag
Förderung:
DFG

In einer repräsentativen Erhebung zu den Themen Körperkontakte und sexuelle Kontakte im psychotherapeutischen Setting wurden 3.000 nach Zufall ausgewählte Klinische Psychologen/innen, die beim Berufsverband Deutscher Psychologen in dieser Sektion gemeldet waren, angeschrieben und um die Beantwortung eines Fragebogens gebeten. Die Rücklaufquote liegt bei 41,4%. Die Geschlechterverteilung der Antwortenden entspricht derjenigen der Sektion Klinische Psychologie beim BDP mit 64% Frauen und 36% Männern.
Sehr pauschal lassen sich die Ergebnisse der Studie folgendermaßen zusammenfassen.
Die Annahme, die therapeutische Arbeit sei unabhängig vom Geschlecht der Interaktionspartner - Therapeut/in und Klient/in -, ist schlicht falsch. Therapeuten/innen modulieren ihr Verhalten nach dem Geschlecht ihres Gegenüber, wobei sich das Verhalten weitgehend an Stereotypen orientiert.
Körperkontakte in der Psychotherapie sind relativ häufig. Die Therapierenden berühren Klientinnen signifikant häufiger als die Klienten. Geht man davon aus, dass Körperkontakt therapeutische bedeutsam ist und für die Behandlung förderlich, dann erhalten Klientinnen mehr davon als Klienten. Studien, die zeigen, dass Klientinnen von dem mehr an Berührungen, das sie erhalten, entsprechend mehr profitieren als Klienten, die insgesamt genommen seltener in Körperkontakt mit den Therapierenden kommen, stehen aus.
Der Anteil der Therapierenden, der angibt, sexuelle Bedürfnisse mit der Klientel auszuleben, ist mit weniger als 1% sehr gering.
55% der Befragten geben an, in den letzten 5 Jahren mindestens einen Fall behandelt zu haben mit der Vorgeschichte einer sexuellen Beziehung zu einem Therapeuten oder einer Therapeutin.
Therapeuten/innen, die von sexuellen Übergriffen von Kollegen/innen in der Psychotherapie Kenntnis erhalten, haben Schwierigkeiten, mit diesem Wissen umzugehen. Insbesondere schrecken sie davor zurück, Prozesse, die zu einer Sanktionierung der Täter/innen führen könnten, in Gang zu setzen.

Veröffentlichungen:

  • Vogt, I., Arnold, E. & Sonntag, U. (1998): Epidemiologische Studie zu Köperkontakten und sexuellen Kontakten im Psychotherapeutischen Setting. Abschlussbericht. Frankfurt, FH Frankfurt (unveröffentlicht)
  • Sonntag, S., Vogt, I. & Arnold, E. (1999): Sexuelle Übergriffe in Therapie und Beratung - Erwartungen von Therapeutinnen und Therapeuten an Fachverbände, in: Verhaltenstherapie und Psychosoziale Praxis, 31, 119-126
  • Vogt, I., Arnold, E. & Sonntag, S. (1999): Körperkontakte und sexuelle Kontakte im psychotherapeutischen Setting, in: Report Psychologie, 24, 754-764
  • Arnold, E., Vogt, I. & Sonntag, S. (2000): Umgang mit sexueller Attraktivität und Berichten über sexuelle Kontakte in psychotherapeutischen Beziehungen, in: Zeitschrift für Klinische Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie, 48, 18-35
  • Vogt, I. (2000): Perspektiven einer geschlechtsspezifischen Psychotherapie-Forschung, in: Hermer, M., Hg.: Psychotherapeutische Perspektiven am Beginn des 21. Jahrhunderts. Tübingen, DGVT, 93-106
  • Vogt, I.(2000): Die Auswirkungen des Geschlechts auf Berührungen und andere Verhaltensweisen im psychotherapeutischen Setting, in: Fachklinik Wilhelmsheim, Hg.: Der kleine Unterschied und die Folgen für die Psychotherapie. Wilhelmsheim, 4-15