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Masterstudiengang "Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchthilfe"

Im WiSe 2015/16 startete der Masterstudiengang „Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchthilfe M.A.” (Flyer) an der Frankfurt University of Applied Sciences. Dieser integriert eine von den Deutschen Rentenversicherern zertifizierte suchttherapeutische Ausbildung und richtet sich an SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und ÄrztInnen.

Migration aus Osteuropa und Zentralasien nach Deutschland und Suchtgefährdung

Laufzeit:
1/2002-12/2003
Leitung:
Prof. Dr. Irmgard Vogt
Mitarbeiter:
Christian Dahlmann,
Dipl. Soz.Arb. Jerome Klemt,
Marcus Roth,
Dipl. Soz.Päd. Edgar Zeissler
Förderung:
Eigenprojekt der FH Frankfurt,
Institut für Suchtforschung (ISFF)

Die Studie gliedert sich in zwei Teile, eine Literaturrecherche (Teil I) und eine empirische Untersuchung (Fragebogen) von 38 Personen, die in der SU geboren wurden, im Laufe der letzen 40 Jahre nach Deutschland emigriert und heute drogenabhängig sind (Teil II). Auf die Literaturstudie soll hier nicht eingegangen werden. Eine sehr kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Befragung ergibt folgendes:
11 Frauen und 27 Männer haben den Fragebogen beantwortet  (Durchschnittsalter 25,6 Jahre). Die Daten zur Schul- und Berufsbildung, zur Eingliederung in das Erwerbsleben und zu sprachlichen Fertigkeiten belegen, dass den meisten der Befragten die Integration in die deutsche Gesellschaft nicht gelungen ist. Die Mehrzahl von ihnen fühlt sich in Deutschland diskriminiert.
Auffallend sind die hohen familiären Belastungen der Befragten. Im Vordergrund stehen dabei Belastungen durch Alkohol- und Drogenprobleme verschiedener Familienmitglieder, insbesondere durch Väter und männliche Verwandte, aber auch von Partner/innen der Befragten und von ihren Freunde und Freundinnen. Dazu kommen Gewalterfahrungen in verschiedenen Lebensphasen. Es sind vor allem die männlichen Familienmitglieder, die Gewalt ausgeübt haben oder ausüben.
Die Befragten selbst zeichnen sich durch riskante Konsumformen aus. Das belegen vor allem die Daten zu Überdosierungen und zu ungewollten bzw. gewollten Selbstmordversuche.
Zwar nehmen die Befragten die Angebote der Drogenhilfe in Anspruch, aber eher selektiv. Eher wenige nutzen die niedrigschwelligen Angebote, relativ viele die der Entgiftung. Die Behandlungserfolge sind offenbar relativ gering, denn die meisten werden wenige Monate danach wieder rückfällig. Die größte Gefahr geht dabei von Alkohol aus, dem eine Art bahnende Funktion zukommt.
Die Studie gibt keinen Aufschluss darüber, ob die hohen Belastungen der Befragten durch Alkohol- und Drogenprobleme in der  Familie, in Partnerschaften und der Freunde sowie durch Gewalt, die vor allem von männlichen Familienmitgliedern ausgeht, mitgebrachte Probleme sind oder Folgen der Migration. Man kann aber davon ausgehen, dass die Belastungen durch die Migration bestehende Vorbelastungen oder problematische Entwicklungen verstärkt hat. Die Studie hat damit Zusammenhänge aufgedeckt, die bislang in der Literatur zu Migranten aus der SU wenig oder nicht diskutiert worden sind.

Veröffentlichungen:

  • Isralowitz, R., Straussner, S. L. A., Vogt, I. & Chtenguelow, V. (2002): A Preliminary Exploration of Immigrant Substance Abusers from the Former Soviet Union Living in Israel, Germany and the United States: A Multi-National Perspective. In: Straussner, S.L.A. & Harrison, L. (eds.): International Aspects of Social Work Practice in the Addictions. New York: Haworth Press