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Masterstudiengang "Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchthilfe"

Im WiSe 2015/16 startete der Masterstudiengang „Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchthilfe M.A.” (Flyer) an der Frankfurt University of Applied Sciences. Dieser integriert eine von den Deutschen Rentenversicherern zertifizierte suchttherapeutische Ausbildung und richtet sich an SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und ÄrztInnen.

Datendokumentation Rauchraum

Laufzeit:

7/2004 - 5/2005

Leitung:

Prof. Dr. Irmgard Vogt

Mitarbeiter/in:

Dipl. Soz.Päd. Edgar Zeissler,
Dipl. Soz. Renate Simmedinger

Förderung:

JJ e.V., Frankfurt am Main

Der Frankfurter Suchthilfeträger "Jugendberatung und Jugendhilfe e.V." (JJ) betreibt seit August 1996 einen Konsumraum, in dem Drogenabhängige mitgebrachte Stoffe unter hygienischen und stressfreien Bedingungen intravenös konsumieren können und seit 01.09.2003 einen Rauchraum (im selben Haus, aber mit unterschiedlichem Eingang). Anlaß für die Einrichtung des Rauchraums war die ständig steigende Zahl von Drogenabhängigen, die Crack (und andere Stoffe) nicht nur injizieren, sondern auch rauchen. Diese Entwicklung hat zu einer erheblichen "Beschleunigung" der Drogenszene beigetragen mit einer wachsenden Gruppe von Drogenabhängigen, die nicht zuletzt wegen ihres Konsums an Crack (Amphetaminen und Kokain) immer nervöser und zum Teil auch gereizter wurde. Mit dem Angebot "Rauchraum" sollte eine "Entschleunigung" und "Befriedung" dieser Gruppe erreicht werden, die im ruhigen Zustand gezielt auf ihren Hilfebedarf angesprochen werden sollte. Die "Wirkung" des Rauchraums sollten überprüft und evaluiert werden. Daher wurde der Rauchraum in der Zeit vom 01.07.2004 bis 31.12.2004 beobachtet, die Besucher wurden dokumentiert und die so gewonnenen Daten vom Institut für Suchtforschung ausgewertet und in einem Abschlussbericht zusammengestellt. Wichtigste Ergebnisse: Im Beobachtungszeitraum wurden 505 Besucher registriert mit insgesamt 1.450 Konsumvorgängen. Der Anteil der Männer liegt bei 60%, die im Durchschnitt 35 Jahre alt sind. Der Anteil der Frauen beträgt 40% mit einem Durchschnittsalter von 32 Jahre; der Frauenanteil liegt damit erheblich höher als in den meisten anderen Angeboten der niedrigschwelligen Drogenhilfe. Drogenabhängige Frauen schätzen offenbar die Ruhe im Rauchraum und den Schutz, den dieser bietet. Die meisten Nutzer/innen des Rauchraums kommen nur sporadisch in die Einrichtung; eine kleine Gruppe macht davon aber intensiv Gebrauch. Bemerkenswert ist, dass es im Beobachtungszeitraum nur an 4 Tagen zu Störungen mit Aggressionen kam, die sich allesamt mit einfachen Interventionen regeln ließen. Im allgemeinen lief der Betrieb reibungslos ab; die Klientinnen und Klienten waren gut ansprechbar, vergleichsweise höflich und bereit, Regeln einzuhalten. Im Endergebnis heißt das, dass Rauchräume sehr gut betrieben werden können, wenn sie in das Gesamtkonzept einer Kommune oder Stadt passen. Darüber hinaus belegen eine Reihe von Daten, dass es unter der Klientel eine relativ große Gruppe gibt, die bei entsprechender Ansprache und Beratung bereit ist, sich auf Veränderungen im Lebensstil und in den Konsummustern einzulassen. Darauf sollte in weitergehenden Studien genauer eingegangen werden.

Veröffentlichungen:

  • Vogt, I. & Zeissler, E. (2005): Abschlussbericht der Evaluation des Projektes Rauchraum im Drogennotdienst Frankfurt des Vereins Jugendberatung und Jugendhilfe e.V. Frankfurt: ISFF (unveröffentlicht)