Das Wichtigste in Kürze

Studiengang
Pflege – Advanced Practice Nursing
Master of Science (M.Sc.)

Regelstudienzeit
4 Semester
ECTS-Credit Points
120
Studienbeginn
Wintersemester

Bewerbungsfrist
15. Juli (für Studieninteressierte mit ausländischem ersten Hochschulabschluss)
15. September (für Studieninteressierte mit deutschem Hochschulabschluss)

Sprache
Deutsch

Akkreditierung
bis 30.09.2021 (AHPGS)



Berufsbild und Berufsaussichten

Berufsbild

Das Berufsbild für Advanced Practice Nursing umfasst:

  • Diagnostik und Begutachtung von Pflegebedarf
  • Bedarfsgerechte Bestimmung von Zielvorgaben der Leistungserbringung bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit
  • Entwicklung bedarfsbezogener Präventions- und Versorgungskonzepte auf Fall- und Systemebene (Case und Care Management, Versorgungspfade)
  • Implementierung des Forschungsstands und Durchführung von Studien zu ausgewählten Pflegebedarfen
  • Moderation, Koordination und Steuerung komplexer Versorgungsprozesse
  • Entwicklung problembezogener Qualitätsmanagementskonzepte in Einrichtungen
  • Beratung, Schulung, Anleitung von Pflegefachpersonen in Anpassungsqualifikationen
  • Evaluation der Bedarfsgerechtigkeit und Effizienz der Versorgung bei Pflegebedürftigkeit

Berufsaussichten

Entscheidend für den Einstieg in ein adäquates Arbeitsfeld ist die Kompetenz, konzeptionell zu denken, sich flexibel auf Anforderungen infolge der Pflegebedarfsentwicklung oder der leistungsrechtlichen Rahmenbedingungen qualitätsbewusst einstellen zu können und Versorgungsverläufe zu überschauen, zu koordinieren und zu steuern. Anpassungsqualifikationen in variablen Aufgabenzuschnitten sind daher Grundprinzip sowohl der inhaltlichen Curriculumgestaltung als auch des Anforderungsprofils für M.Sc. Pflege – Advanced Practice Nursing.

Exemplarische Arbeitsfelder sind stationäre und nichtstationäre Einrichtungen bei kommunalen, kirchlichen oder freien Trägern, bei Behörden und Kommunen, Kranken- und Pflegekassen, Pflegehilfsmittelherstellern und -anbietern, in der Pflegebegutachtung und Pflegequalitätsüberprüfung der Medizinischen Dienste (MDK, MDS), der Heimaufsicht oder der Amtsgerichte.

Angekommen! Unsere Absolvent_innen berichten

Neugierig, wo es Sie überall hin verschlagen kann mit einem Masterabschluss im Studiengang Advanced Practice Nursing M.Sc. in der Tasche? Lesen Sie selbst, wo drei unserer Absolvent_innen nach ihrem Studium ihre erworbenen Kompetenzen einsetzen...

Grenzgängerin zwischen Klinik und Forschung...

"Durch den Studiengang "M.Sc. Pflege - Advanced Practice Nursing" wurde mein eigenständiges Arbeiten außerordentlich gefördert. Ich habe gelernt, Pflegeprobleme konkret zu benennen, wissenschaftliche Fragestellungen zu entwickeln und die geeignete Methode zu nutzen, diese zu beantworten. Am Universitätsklinikum Freiburg habe ich die Möglichkeit, interprofessionell die Patientenversorgung zu optimieren. Direkt im Anschluss an die Masterarbeit habe ich meinen ersten Forschungsantrag gestellt und benötigte Drittmittel befürwortet bekommen. Zeitgleich kann ich mein Forschungsprojekt nutzen, um an der Universität Witten/Herdecke zu promovieren."

Sabine Drexler

Pflegeexpertin APN am Neurozentrum am Universitätsklinikum Freiburg und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Qualitätsmanagement und Sozialmedizin am Universitätsklinikum Freiburg

Über den Tellerrand schauen...

"Der Studiengang Pflege - Advanced Practice Nursing" hat mir die Möglichkeit geboten, nicht nur eigene berufliche Themen und Schwerpunkte weiter zu verfolgen, zu vertiefen und mich damit auseinanderzusetzen, sondern auch über den Tellerrand hinauszuschauen und mich mit anderen Bereichen der Pflege und des Gesundheitssystems, ethischen Fragestellungen und nicht zuletzt forschungsorientierten Modulen auseinanderzusetzen. Dies war immer Herausforderung und Chance zugleich. Ich habe gelernt, auch komplexe Anforderung in der alltäglichen Praxis lösungsorientiert zu bearbeiten, im Diskurs mit anderen Professionen und auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu agieren und mich kontinuierlich weiter zu entwickeln. Das Studium gab mir die Möglichkeit, Wissen und Erfahrungen wissenschaftlich bearbeiten, reflektieren und mein eigenes Profil schärfen zu können. Den Studiengang Pflege - Advanced Practice Nursing zu absolvieren, war für mich eine gute Grundlage, die Herausforderungen in meiner praktischen Arbeit anzunehmen und sicher bearbeiten zu können. APN berufsbegleitend studieren zu können hat mir ermöglicht, Inhalte des Studiums direkt in die Praxis einbringen und ein Netzwerk aufbauen zu können, das mich auch nach meinem Studium verlässlich begleitet."

Ramona Hummel
Stellvertretende Einrichtungsleitung in einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung (Tätigkeitsschwerpunkt: ältere und alte Bewohner_innen; Konzeptentwicklung)

Pionierarbeit an der Basis...

"Durch den Studiengang APN wurde mir die Komplexität pflegerischer Problemstellungen nochmals sehr verdeutlicht - speziell im häufig vernachlässigten Setting der Pflege von alten Menschen in ihrem vertrauten häuslichen Umfeld. Dies erweitert sowohl meinen pflegerischen Blickwinkel als auch mein pflegerisches Handeln im Sinne der Nutzung von geeigneten Assessmentinstrumenten und/oder des Rückgriffs auf relevante Forschungsergebnisse, um aktuelle Pflegeprobleme zu lösen. Ich selbst erlebe mich in meinem Handlungsfeld, der ambulanten Pflege, als eine Art "theoretische Basis-Pionierin" für eine Pflege auf Expertenniveau. Der ambulante Pflegesektor ist aktuell durch das Pflegeneuausrichtungsgesetz fokussiert auf sich ändernde strukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen; gedankliche Szenarien im Sinne einer ANP sind derzeit noch im Aufbau. Was bleibt ist daher die klare Position, dass es mehr Pflegende in der Praxis braucht, die auf dem Niveau einer APN die pflegebedürftigen Menschen pflegen. Im Pflegesektor gibt es genug akademisch ausgebildete Pflegepädagogen/innen und Pflegemanager/innen – was es dringend braucht, sind Pflegende, die mit Praxiswissen, Erfahrung, Intuition UND einer wissenschaftlichen Kompetenz die ihnen anvertrauten Menschen pflegen."

Stefanie Zang
Pflegefachkraft im ambulanten Pflegedienst und Fachreferentin Pflege beim Bundesverband Häusliche Kinderkrankenpflege

Ein stellvertretender Pflegedirektor berichtet...

"Wir haben in unserem Haus bisher zwei Pflegeexpertinnen im Einsatz, die wir als Klinikkoordinatorinnen bezeichnen. Die beiden Kolleginnen verfügen über eine langjährige Pflege-Erfahrung in verschiedenen Fachbereichen und vielfältige Fort- und Weiterbildungen, jedoch noch kein Studium. Trotzdem entspricht deren Aufgabenstellung aus unserer Sicht der Aufgabenstellung von künftigen APN. Die Pflegeexpert_innen übernehmen steuernde, koordinierende und Kontroll-Aufgaben in Spezialbereichen, wie Wundmanagement, Dekubitus-Management, PKMS-Dokumentation, Pflegedokumentation, Medikamentensicherheit sowie zusätzliche Projektaufgaben nach Bedarf. Die Pflegeexperten arbeiten übergreifend und sind für ihre Aufgaben freigestellt. Sie verfügen über ein Büro mit der erforderlichen IT-Ausstattung. Wir gehen davon aus, dass es mit einer zunehmenden Anzahl von Studienabsolventen und der Entwicklung des Pflege-Arbeitsmarktes zu einer Umformung und Organisationsänderung im stationären Bereich der Krankenhäuser kommen wird, so dass wir zukünftig mehr Pflegeexperten für steuernde und überwachende Aufgaben einsetzen werden und daneben niedriger qualifizierte Kräfte für die klassische Grundpflege. Die Pflegeexperten auf APN-Niveau werden in jedem Fall die Qualität der Pflege in Struktur, Prozess und Ergebnis sichern und steigern. Dies ist bereits im jetzigen Umfang deutlich der Fall. Der Einsatz von sehr gut ausgebildeten Pflegeexperten auf APN-Niveau für steuernde, koordinierende und kontrollierende Aufgaben wird in Zukunft zur Sicherung der Qualität unabdingbar sein!"

Klaus Engel
Stellvertretender Pflegedirektor am Hospital zum Heiligen Geist, Frankfurt am Main