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05
Apr

Bewusst sein und meditieren: Studier- und Lebensqualität erhöhen

Dr. Reiner Frey Frankfurt UAS, Quelle Uwe Dettmar

Wissenschaftliches, lehrorientiertes Projekt „Persönlichkeit – Reflexion – Gesellschaft" startet zum Sommersemester im Interdisziplinären Studium Generale der Frankfurt UAS

Frankfurt am Main, 5. April 2017. Dr. Reiner Frey, der 2016 nach 24 Jahren das Amt des Kanzlers der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) abgegeben hat, hat für seine letzten Jahre vor dem Ruhestand das wissenschaftliche und lehrorientierte Projekt "Persönlichkeit – Reflexion – Gesellschaft" übernommen. Das Projekt soll einen Beitrag dazu leisten, die Entwicklung der Persönlichkeit wieder in Bildung zu inkludieren und unter Anwendung neuer Methoden und wissenschaftlicher Erkenntnisse explizit zum Gegenstand zu machen. Ein freiwilliges, begleitendes Studienprogramm soll fachbereichsübergreifend Angebote für alle Studierenden zur Reflexion der eigenen Persönlichkeit im Kontext von Organisation und Gesellschaft bieten. Das Gesundheits-, Entspannungs- und Stressreduktionsprogramm soll sich positiv auf die Studienleistung und die Lebensqualität der Studierenden auswirken. Als erste Veranstaltung dazu startet im Sommersemester 2017 im Rahmen des Interdisziplinären Studium Generale der Frankfurt UAS das Modul „Meditation als kulturelle Praxis“. Ein korrespondierendes Forschungsprogramm befasst sich sowohl mit der Entwicklung als „Persönlichkeit“ als auch mit deren Handeln im Rahmen komplexer Organisationen und gesellschaftlicher Zusammenhänge. Das „Subjekt“ – das ist die Perspektive der „ersten Person“ – das zumindest in den Naturwissenschaften bislang per se ausgeschlossen ist, soll dadurch wieder Einzug in die wissenschaftliche Methodologie finden.

„Was versprechen wir uns von Meditation? Es ist ein Weg zum Bewusst(er)-Sein, zur eigenen Persönlichkeitsbildung. Durch Versenkung in Ruhe sowie eine ganz neue Achtsamkeit für den eigenen Geist und die äußere Welt werden unsere Studierenden einen veränderten Zugang zu sich selbst, ihrem Studium und zu gesellschaftlichen Zusammenhängen finden – dazu gehören das Fach, das sie studieren und das spätere Berufsspektrum im Rahmen von gesellschaftlicher Verantwortung – es ist also ein ganzer Bogen gespannt, der zusammengehört: Persönlichkeit, Reflexion, Gesellschaft“, erklärt Frey. „Gerade unter dem Aspekt Gesundheitsförderung sind die Auswirkungen von regelmäßiger Meditationspraxis auf Körper und Gehirn wissenschaftlich vielfältig untersucht und bestätigt worden. Diese Auswirkungen werden sich zum Nutzen unserer Studierenden ganz sicher schnell einstellen.“

Im Studium Generale-Modul wird zum einen der Begriff Meditation theoretisch eingeordnet und zum anderen in praktische Übungen zum Meditieren angeleitet. Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen werden erlernt. Gearbeitet wird in Teams zu je vier Mitgliedern, 40 Studierende können an dem Modul teilnehmen. Folgende Fragestellungen werden erörtert: Was sagen die Religionen zu Meditation? Was sagt die Philosophie/Wissenschaft zu Meditation? Was sagt die Wirtschaft zu Meditation? Was sagen Menschen zum Thema, die selbst meditieren? Die Leitfragen werden lauten: Was versteht das Team unter Meditation? Welche Rolle spielt Meditation in Geschichte und Kultur?

Die Studierenden werden nach Abschluss des Moduls über ein grundlegendes Verständnis des Konzepts Meditation als einer Verhaltensweise zur Abrundung der eigenen Persönlichkeit verfügen. Dazu werden Erkenntnisse aus mehreren Disziplinen zusammengeführt. Lehrmethoden sind Literaturrecherchen, Interviews, Feldexperimente, eigene Praxis, Kommunikation von Inhalten mittels Präsentationen und Internetseiten, Nutzung der eLearning-Plattform für Kommunikation und Gruppenarbeit. Das Arbeiten im Team, Kritik- und Konfliktfähigkeit, Umgang mit Vielfalt (Diversity) und die Einübung von Führungsverantwortung sowie der Kontakte mit externen Partnern werden geschult. Exploratives Verhalten, Kreativität, fachliche Flexibilität, Frustrationstoleranz, Belastbarkeit, Selbstmanagement und zielorientiertes Handeln werden erprobt.

„Vermehrter Stress und Druck durch immer höhere Anforderungen, Leiden an zunehmender Komplexität und Schnelligkeit sowohl in der Arbeitswelt als auch in Ausbildung und Hochschule können zu einem Burn-Out führen. Die neuen elektronischen Medien tun ein Übriges, um die buchstäbliche Zerstreuung des klassischen Subjekts des Denkens und Handelns zu befördern. Im Internet und in den Sozialen Medien bin ich immer ,außer mir‘, in einer virtuellen Welt als neuer Realität, und es fällt vielen immer schwerer, zu ,sich‘ zurückzufinden“, erläutert Frey. „Daher braucht es die Unterstützung der Menschen – explizit unserer Studierenden – in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, um mit den immer komplexeren und schnelleren Anforderungen umgehen zu können.“ Die Fokussierung auf „Schlüsselqualifikationen“ oder „Soft Skills“ ist in aller Munde – die Hochschule nimmt dies auf und schafft mit der Kombination von Meditation und (Selbst-)Reflexion ein Angebot für eine „Basis-Soft-Skill“, die in die Lage versetzen wird, besser, gesünder und klarer mit sich selbst, dem Studium und dem Leben umzugehen.

„Meditation ist eine Innensicht des eigenen Geistes (Bewusstseins) und der Welt, die insbesondere vom Buddhismus entwickelt worden ist. Wir sehen Meditation allerdings ganz unabhängig von ihrem Ursprung im Buddhismus oder in anderen Religionen. Denn jenseits von jedweder Religion handelt es sich um ein säkulares Programm, das heißt für uns: eine Methode, die völlig unabhängig von religiösen Begründungen und Zusammenhängen verfolgt werden kann“, betont Frey.

Kontakt

Frankfurt University of Applied Sciences
Projekt Persönlichkeit, Reflexion, Gesellschaft
Dr. Reiner Frey
Telefon: 069/1533-2024
reinerfrey@hsl.fra-uas.de

Weitere Informationen unter: www.frankfurt-university.de/BewusstSein

Zur Person
Dr. Reiner Frey, Jahrgang 1953, trat 1992 unter dem Rektorat von Johann Schneider sein Amt als Kanzler an der damaligen Fachhochschule Frankfurt am Main an. Er begleitete in seiner Amtszeit die großen Entwicklungen der Hochschule als konstante Größe mit. Seit der zweiten Jahreshälfte 2016, nach 24 Jahren im Amt, hat Reiner Frey das wissenschaftliche und lehrorientierte Projekt „Persönlichkeit – Reflexion – Gesellschaft“ der Frankfurt University of Applied Sciences übernommen.

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