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14
Dez

Mentoring aus Leidenschaft sowie Sanierung einer alten Schlossanlage

Clarissa Zentgraf und Maximilian Schmidt mit Absolventenpreis des Fördervereins ausgezeichnet.

Frankfurt am Main, 14. Dezember 2016. Clarissa Zentgraf und Maximilian Schmidt wurden für ihre Prüfungsleistungen und Abschlussarbeiten sowie für ihr großes Engagement an der Hochschule mit dem Absolventenpreis des Fördervereins der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) ausgezeichnet. Clarissa Zentgraf, Absolventin des Fachbereichs Wirtschaft und Recht, erhielt den Preis für ihr langjähriges Engagement im Bereich des Mentoring und in der Hochschulpolitik sowie für ihre Bachelor-Arbeit mit dem Thema „Verbraucherstreitbeilegungsgesetz und Zivilprozessordnung als Basis der Konfliktlösung: Eine Analyse der Ansätze“. Maximilian Schmidt, Absolvent des Fachbereichs Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik, wurde mit dem Preis für seine Abschlussarbeit „Kalibrierung von Materialmodellen für die materiell nichtlineare Berechnung von Textilbeton“ und für seine freiwillige Teilnahme an mehreren Projekten seines Fachbereichs, insbesondere an der Sanierung einer alten Schloss- und Parkanlage in Polen, ausgezeichnet.

Clarissa Zentgraf beschäftigt sich in ihrer Abschlussarbeit im Bachelor-Studiengang Wirtschaftsrecht mit dem Vergleich des neuen Rechtsmittels „Streitbeilegungsverfahren“ nach dem Verbraucherstreitbeilegungsgesetz mit dem Vorgehen des Klageverfahrens nach der Zivilprozessordnung.  Streitbeilegungsverfahren sind außergerichtliche Verfahren, mit denen ein Streitfall zwischen Verbrauchern und Unternehmen außerhalb der Justiz geschlichtet werden soll. Zentgrafs Arbeit untersucht, ob das neue Verfahren, das im April 2016 in Deutschland eingeführt wurde, eine Alternative zum Rechtsweg darstellt oder diesen ergänzt. Nach einem eingehenden Vergleich der beiden Systeme in Bereichen wie Zugang und Zuständigkeit, formale Verfahrensabläufe, Verfahrens- und Prozesskosten sowie Vollstreckbarkeit, kam sie zu dem Schluss, dass Streitbeilegungsverfahren den Rechtsweg lediglich ergänzen können. Streitbeilegungsverfahren böten sich dann an, wenn Verbraucher und Unternehmen einen Erhalt und die Fortführung ihrer Geschäftsbeziehungen anstreben oder der Streitwert gering ist. Zur Klärung grundlegender Rechtsfragen müsse weiterhin der Rechtsweg genutzt werden.

Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Domenik Henning Wendt, LL.M., Professor für Bürgerliches Recht, Europäisches Wirtschaftsrecht und Europarecht, sowie von Prof. Dr. Isabella Anders-Rudes, LL.M., Professorin für Wirtschaftsprivatrecht, Internet- und Onlinerecht, betreut. Weitere Informationen zum Studiengang Wirtschaftsrecht: www.frankfurt-university.de/ba-wire

Neben ihrem Studium war Zentgraf im Mentoring von Studierenden sehr aktiv. Sechs Semester lang betreute sie als Mentorin die Erstsemesterstudierenden des Fachbereichs Wirtschaft und Recht während den Erstsemestereinführungen. Zudem beteiligte sie sich für zwei Semester an dem Projekt „Chancen bilden – fit fürs Studium“ der Studienberatung der Frankfurt UAS, in dem Schüler/-innen aus nicht-akademischen Elternhäusern gefördert werden. Sie nahm auch für vier Semester am Mentoring-Programm der Hochschule teil, indem sie als Ansprechpartnerin für Studierende des Fachbereichs Wirtschaft und Recht im ersten Semester fungierte und diesen bei Fragen rund um ihr Studium half. Parallel zu diesen Tätigkeiten wurde Zentgraf Mitglied der Studierenden-Vertretung ihres Fachbereichs und vertrat ihre Mit-Studierenden in verschiedenen Hochschulgremien wie dem Fachbereichsrat. Sie war dort bis zu ihrem Abschluss aktiv.

Die Abschlussarbeit im Bachelor-Studiengang Bauingenieurwesen von Maximilian Schmidt behandelt die Berechnung der Tragfähigkeit von Textilbetonbauteilen. Textilbeton besteht aus einem Textilgrundstoff, z. B. Carbonfaser, und einer Betonummantelung; im Gegensatz zu Stahlbeton ist Textilbeton üblicherweise leichter, tragfähiger und rostet nicht. Für Schmidts Arbeit sollten die Eingabevariablen des Softwarepakets RFEM, welches zur Berechnung des Verhaltens von Stahlbeton konzipiert ist, so ausgewählt werden, dass mit dem Programm auch das Verhalten von Textilbeton in Biege- und Zugversuchen berechnet werden kann. Schmidt fand heraus, dass sich das Verhalten von Textilbeton mit der Software gegenwärtig nur eingeschränkt darstellen lässt. Softwarespezifische Grenzwerte, die sich innerhalb des Programms nicht ändern lassen, verhindern die Nutzung des Programms für Textilbeton in der Praxis. Schmidts Abschlussarbeit wurde von Prof. Dr.-Ing. Agnes Weilandt, Professorin für Baustatik, Baumechanik und Konstruktiven Ingenieurbau, und von Prof. Dr.-Ing. Hans Georg Reinke, Professor für Konstruktiven Ingenieurbau, betreut. Weitere Informationen zum Studiengang Bauingenieurwesen: www.frankfurt-university.de/bauing_ba

Schmidt führte während seines Studiums Tutorien in Baustatik, Geotechnik und in der vertieften Baustatik durch. Auch nach seinem Bachelor-Abschluss bot er Tutorien zur Prüfungsvorbereitung in Baustatik an. Er nahm außerdem an den am Fachbereich angebotenen freiwilligen Projekten, der Internationalen Projektwoche und einem Kooperationsprojekt mit der Technischen Universität Krakau (Politechnika Krakowska – PK) in Polen, teil. Im Rahmen des Kooperationsprojekts der Frankfurt UAS mit der PK arbeiten seit 2004 Studierende der beiden Hochschulen an der Sanierung und touristischen Erschließung der Schlossanlage Kurozw?ki in Polen. Schmidt war 2014 maßgeblich bei diesem Projekt beteiligt. Als Mitglied der Arbeitsgruppe „Genehmigungsplanung eines Stauwehrs mit Wasserkraftanlage“ bereitete er die Arbeitsmaterialen für die Untersuchungen vor Ort vor und betreute die Studierenden; außerdem verfasste er zusammen mit einem Kommilitonen den deutsch- und englischsprachigen Projektbericht.

Der Vorsitzende des Fördervereins Wolfgang Janke überreichte den Preis an Schmidt im Rahmen der Absolventenfeier des Fachbereichs Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik; das Vorstandsmitglied des Fördervereins Dipl. Ing. Rüdiger Gaffal überreichte den Preis an Zentgraf im Rahmen der Absolventenfeier des Fachbereichs Wirtschaft und Recht. Jeder Absolventenpreis ist mit 500 Euro Preisgeld und einer einjährigen kostenfreien Mitgliedschaft im Förderverein dotiert. Die Abschlussarbeiten von Zentgraf und Schmidt wurden jeweils mit der Note sehr gut (1,0) bewertet.

Der Förderverein der Frankfurt University of Applied Sciences e.V. zeichnet mit dem Absolventenpreis gute bis sehr gute Abschlussnoten aus und honoriert soziales oder kulturelles Engagement innerhalb der Hochschule und/oder aktive Beteiligung der Preisträger in Gremien der Frankfurt UAS. Der Absolventenpreis kann einmal pro Fachbereich und Semester vergeben werden. Weitere Informationen zum Förderverein der Frankfurt UAS unter: www.frankfurt-university.de/foerderverein

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